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21. April 2022

Außergewöhnliche Szenarien vermitteln Inhalte als Gesamterlebnis: Ein Dachausbau in Zürich schlägt die Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft.

 

Von Barbara Jahn

 


Jedes Detail sitzt: Vom Erdgeschoss bis ins Dachgeschoss zieht sich das besonders in Altbauten etablierte Schreinerhandwerk durch alle Etagen.

 

„Ich liebe Häuser-Geschichten. Mit jedem Projekt erzählen wir sie weiter - Geschichten von Menschen, die in den Häusern leben.“ Die Schweizer Architektin Vera Gloor ist fasziniert von alten Gebäuden, die einen großen Teil ihres Portfolios ausmachen. Aus diesem Grund wandte sich auch der Besitzer eines mehrstöckigen, historischen Hauses in einer einheitlichen Blockrandbebauung an die Architektin, deren Fokus darauf liegt, durch konsequente Gestaltung atmosphärische Räume geschaffen. Sie sollte das Bestandsgebäude in seiner Originalität erhalten, jedoch für eine langfristige Wohnnutzung adaptieren sollte.

 


Erinnerungen aufleben lassen: Der neue Eichen-Parkett wurde in traditioneller Weise als Fischgratmuster verlegt.

 

Im Projekt Martastraße in Zürich fließen die besonderen Stärken, aber auch die eigenen Ansprüche des Architekturbüros zusammen. Verdichtung im urbanen Raum, Nachhaltigkeit, vorausschauende Stadtentwicklung, Bauen im Bestand und die Verbindung von Altbau mit einer sensiblen Neubau-Aufstockung zusammen. Die Herausforderung, aus einem Bürogebäude ein Wohngebäude zu machen, auch wenn es insgesamt eine knifflige Bauaufgabe war, allen Auflagen gerecht zu werden. Wie eine architektonische Zäsur dockt das Neue an das Alte in Form eines durchgehenden Fensterbandes an. Durch Elemente aus Streckmetall als Brise-Soleil wird ein lebendiges Changieren an dieser Schnittstelle evoziert, das gleichzeitig die Lochfassade in die Dachflächen übergehen lässt.

 


In vielen stilvollen Details knüpft auch das Interieur an die Geschichte des Gebäudes an.

 

Das aus der Jahrhundertwendezeit um 1900 errichtete Gebäude wurde unter Berücksichtigung der angrenzenden Gebäude um insgesamt drei zusätzliche Geschosse erweitert. Für die Aufstockung wurde eine Holzleichtbauweise gewählt, die die vorhandene Substanz nicht belastet und zudem einen raschen Baufortschritt ermöglichte. Erklärtes Ziel war es, die Flächen so effizient wie möglich zu nutzen: Mit dem Raumkonzept konnten insgesamt zwölf moderne Kleinwohnungen realisiert werden. Für Vera Gloor und ihr Team ist dies ein wichtiger Beitrag zu einer qualitätsvollen Nachverdichtung in der ohnehin angespannten Wohnungsmarktsituation in Zürich.

 


Die Elemente der Solaranlage wurden in die Dachfläche integriert und verschwinden so von der Bildfläche.

 

Besondere Aufmerksamkeit verdient vor allem der Dachausbau selbst, der im Zuge eines nachhaltigen Energiekonzepts mit einer großflächigen Solaranlage, deren PV-Elemente in die Dachfläche vollständig in die Dachfläche integriert wurden, ausgestattet wurde. Die Anlage deckt etwa elf Prozent des Gesamtenergiebedarfs und senkt damit vorbildlich die CO2-Emissionen. Gemeinsam mit der neuen Dachdämmung und der Beleuchtung mit LED-Lampen zieht das Haus eine positive Gesamtenergiebilanz. Dieses Engagement in nachhaltiger und ästhetischer Hinsicht wurde mit dem Prix Solaire Suisse 2021 ausgezeichnet.

 


Aus der Vogelperspektive kann man sehen, wie perfekt die aufgesetzten Dachgeschosse in die Umgebung eingebunden wurden.


Unter dem Strich gelang es der Architektin einmal mehr, ihre Philosophie und Gestaltungsprinzipien voll inhaltlich umzusetzen: „Das umfassende Engagement im Interesse der Auftraggeber schafft Vertrauen und bildet die Basis der erfolgreichen Zusammenarbeit. Die Auftraggeber werden in ihren Anliegen umfassend betreut: Im Eigenheim gilt es Bedürfnisse zu erkennen und den persönlichen Lebensraum zu gestalten. In der Projektentwicklung gilt es nachhaltige Potentiale zu erkennen und mit der vereinbarten Risikobereitschaft zu verfolgen. Die differenzierten Lösungen, die hohe Qualitätssicherheit sowie die Präzision in der Kontrolle von Kosten und Terminen sind entscheidend für den Betriebserfolg.“


Alle Bilder: © Vladimir Vlajnic 

 


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